Home / News / 60 Minuten reichen nicht

02. Oktober

Schliessen

60 Minuten reichen nicht

Nach gutem Beginn haben unsere Sportfreunde Siegen das Auswärtsspiel der Regionalliga West beim Wuppertaler SV noch verloren: Am Ende gewann der Gastgeber im Stadion am Zoo deutlich mit 4:1 (0:1) und unser SFS fuhr wieder mit leeren Händen nach Hause.

Umstellungen fruchteten

Mit veränderter Aufstellung und veränderter Formation war Cheftrainer Thorsten Seibert das erste Spiel unter seiner Regie mit dem SFS-Team angegangen. Für Günter Mabanza (Muskelfaserriss) kam Marco Rente in die Partie, Serkan Dalman ersetzte Manuel Konaté. Die Defensivarbeit sollte nach Vorgaben Seiberts durchaus anders aussehen als noch zuvor, "Aktivität auch ohne Ball" war bereits vor der Partie als Schlüsselaspekt ausgegeben worden. Diese Anpassungen im Siegener Spiel fruchteten: Nach etwas nervösem Beginn gegen die individuell stark besetzten Gastgeber vom Zoo zeigte sich, dass die Raumaufteilung passte, es gab die gewollten Balleroberungen und Ballbesitzphasen, in denen unser SFS versuchte, über Konter und Vorstöße der vorderen Dreier-Reihe (Jakobs, Zahn, Nebi) in Torabschlussmöglichkeiten zu gelangen. Waren Fernschüsse von Jakobs (9.) und vor allem Mark Zeh (18.) noch knapp am Wuppertaler Gehäuse vorbeigerauscht, passte ein Kopfball von Marco Rente in der 26. Minute genau: Freistoß von Kapitän Zeh und der Youngster drückte den Ball über die Linie. Bis hierhin hatte der WSV zwar mehr vom Spiel gehabt, kam durch Ali Can Ilbay (13.) und Kevin Hagemann (21.) auch zu Einschussmöglichkeiten, doch das Tor erzielte die Seibert-Elf.

Jakobs' Chance zum 2:0

Auch nach der Führung: Wuppertal sorgte zwar immer wieder über tiefe Bälle des Ex-Siegeners Daniel Grebe für Strafraumsituationen, doch die Entlastungsangriffe der Sportfreunde blieben - wie geplant - gefährlich: In der 33. Minute flankte Marco Rente schön in den Sechzehner, wo am langen Pfosten Julian Jakobs den Ball mit dem Kopf nicht ganz gedrückt bekam, so dass Emre Bayrak den Fuß noch dazwischen brachte und das 2:0 verhinderte. Bis zur Pause fiel kein Tor mehr, so dass unser SFS mit einem 1:0 im Rücken in die Kabine ging - ein großer Verdienst auch von Schlussmann Dominik Poremba, der gegen Hagemann gleich zwei Mal erstklassig pariert hatte.

Wie ausgewechselt

Dass die Wuppertaler nach dem Seitenwechsel vehement auf den Ausgleich drücken würden, war zu erwarten und genau das hatte WSV-Coach Stefan Vollmerhausen wohl auch angekündigt. Bayrak verpasste in der 48. Minute nur ganz knapp den Ausgleich, der jedoch dann in der 64. Minute fällig war. Der Druck des WSV nahm zu, die Entlastung auf unserer Siegener Seite blieb aus. Kaum noch Spielaufbau, die Offensivkräfte hingen in der Luft, das Spiel nach vorne hakte. Es war quasi mit anzusehen, wie die SFS-Elf immer öfter den entscheidenden Schritt in den Zweikämpfen zu spät kam, Wuppertal dadurch Räume und Wege eröffnet wurden. Diese nutzte Ex-Profi Gaetano Manno dann in der 64. Minute, als er im zweiten Versuch (sein erster Schussversuch wurde von einer Zeh-Grätsche geblockt) den Ball im Fallen mit Drall in die lange Ecke schlenzte - der Ausgleich. Endgültig drehte dann der eingewechselte Top-Torjäger Ercan Aydogmus das Spiel, der elf Minuten später zu viel Platz im Strafraum hatte und Poremba keine Chance ließ.

"Haben nach dem 1:1 unsere Probleme nicht mehr lösen können"

Das Spiel lief nun nur noch in eine Richtung - nämlich in Richtung des Siegener Tores. Chancen im Fünf-Minuten-Takt, die zum Teil durch den wieder starken Poremba vereitelt wurden. Doch bei Mannos Elfmeter (85.) und Hagemanns Abstauber (89.) war auch er machtlos. Zuvor hatte Serkan Dalman in der 84. Minute die Gelb-Rote Karte gesehen. Und so endete die Partie vor 2978 Zuschauern im Stadion am Zoo mit einer bitteren 1:4-Niederlage für unsere Sportfreunde.

"Ich denke, wir haben 60 Minuten von meiner Mannschaft ein ordentliches Spiel gesehen. Wir hatten einen klaren Plan, wir wussten, dass uns hier eine gute Regionalliga-Mannschaft erwartet. Wir haben jedoch die Ansätze von Kontermöglichkeiten, die sich uns in der ersten Halbzeit geboten haben, nicht gut genug genutzt haben - da sind leider gar keine Torchancen heraus entstanden. Was ich für normal halte, ist, dass man um hier in Wuppertal erfolgreich zu sein, auch die eine oder andere brenzlige Situation überstehen muss. Das haben wir bis zur 60. Minute geschafft. Mit dem hochverdienten 1:1 haben wir es dann nicht mehr geschafft, unseren Plan beizubehalten. Alles, was ab der Gelb-Roten Karte in Unterzahl passierte, spielt für eine klassische Traineranalyse eine untergeordnete Rolle. Wir beschäftigen uns damit, was haben wir bis dahin gut und was schlecht gemacht. Und obwohl wir hier verloren haben, habe ich gesehen, dass die Mannschaft mitzieht und dass sie Dinge umsetzt, die man ihr an die Hand gibt - daher bleibe ich absolut zuversichtlich für die kommenden Spiele", so das Fazit von Thorsten Seibert.

MATCH-INFOS

Wuppertaler SV - Sportfreunde Siegen 4:1 (0:1)
Wuppertal: Wickl - Bayrak, Schmetz, Duschke, Heidemann - Hagemann, Grebe (57. Aydocmus), Topal, Schwertfeger - Ilbay (78. Er), Manno (85. Salau).
Siegen: Poremba - Hoff (77. Zeller), Dalman, Bauman (73. Dudda), Beier - Rente, Zeh, Jost, Jakobs - Nebi, Zahn (67. Jarecki).
Tore: 0:1 Rente (26.), 1:1 Manno (64.), 2:1 Aydogmus (75.), 3:1 Manno (85. Foulelfmeter), 4:1  Hagemann (89.)
Zuschauer: 2978
Schiedsrichter: Bastian Börner

 - Daniel Hoff stört hier Wuppertals Enes Topal bei der Ballannahme. (Foto: Schäfer)

Daniel Hoff stört hier Wuppertals Enes Topal bei der Ballannahme. (Foto: Schäfer)

Zurück zur Übersicht