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24. Februar

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Interview: "Situation schwierig"

"Die Tabelle lügt nicht", heißt es oft im Fußball. Vielleicht lügt das Tableau der Oberliga Westfalen nicht, aber es ist Ende Februar 2016 auch nicht aussagekräftig. 14 Spiele haben unsere Siegener als Tabellenzehnter absolviert, andere Teams stehen mit teilweise 19 absolvierten Partien vor dem SFS. Eine Situation, die für die Mannschaft von Ottmar Griffel durchaus eine echte Herausforderung darstellt. Im Interview mit dem A-Lizenz-Inhaber werden die Aspekte dieser Situation beleuchtet. 

Herr Griffel, was denken Sie beim Blick auf die aktuelle Tabelle der Oberliga? 

Man muss ganz klar sagen, dass die aktuelle Tabelle kein einheitliches Bild des Leistungsstands abgibt, sie ist völlig verzerrt. 

Die Situation ist keine einfache für alle Beteiligten, oder?

Nein, das stimmt. Es ist frustrierend, wir haben jetzt mittlerweile eine zweimonatige Wintervorbereitung hinter uns. Das ist für die Mannschaft, die sich immer wieder auf den Punkt hin vorbereitet und auf einen Gegner fixiert starten will, enttäuschend. 

Wie hält man da die Spannung hoch?

Zum einen natürlich durch das Training, durch neue Reize in der täglichen Arbeit, durch Gespräche und dadurch, dass wir bis auf das vergangene Wochenende immer Testspiele oder kurzfristig anberaumte Freundschaftsspiele veranstaltet haben, um Wettspielcharakter reinzubringen. Es ist wichtig, dass die Spieler den Rhythmus finden - allerdings muss man eben parallel um Verständnis bitten, dass die Situation nun mal so ist, wie sie ist. Man muss eben damit leben, dass hier in Südwestfalen Spiele im Februar abgesagt werden. 

Gibt es von Ihrer Seite Ideen für eine Änderung dieser Situation? Was kann man da machen? 

Wir können das Wetter nicht beeinflussen. Wir kommen jetzt ab März in einen reinen Rhythmus der englischen Wochen. Ich favorisiere die Idee, solch einen Rhythmus bereits früher sporadisch in den Spielplan einzubauen. Schauen Sie sich das Vorbild der Regionalliga Bayern an, dort funktioniert das auch. Man weiß ja, dass die Spiele im Dezember, Januar oder Februar, wenn Regen und Schnee kommen, oft ausfallen. Warum baut man solche englische Wochen nicht bereits im August, September oder Oktober ein, wenn die Böden gut bespielbar sind? Das ist auch für die Zuschauer angenehmer, es kommen an einem Mittwochabend im September sicher mehr zu den Spielen als zu einem kurzfristig geplanten Nachholspiel im März, wenn es vielleicht noch kalt und regnerisch ist. Das ist einfach eine Sache der Planung.

Wie geht man denn die kommenden Wochen an?

Wir müssen es so nehmen, wie es kommt. Sollten wir im Pokal weiterkommen, haben wir in maximal 14 Wochen 23 Spiele - das ist für uns alle eine große Herausforderung. Nicht nur für die Spieler und Trainer, auch für den Verein, für die Physiotherapeuten, für alle. Wir müssen nach jedem Spiel optimal regenerieren, die Trainingsbelastung muss stimmen. Viel wird von den Ergebnissen abhängen, denn hohe Belastung nimmt man eher in Kauf, wenn man gewinnt. Dann guckt man gerne auf die Tabelle und will gerne in drei Tagen wieder spielen. Andererseits bietet der Rhythmus auch die Möglichkeit, eine Niederlage oder ein Unentschieden bereits drei Tage später wieder vergessen zu machen. 

Wie stehen bei Ihnen die Hoffnungen, dass Sonntag gespielt werden kann?

Die Hoffnung ist natürlich wie jede Woche da, wir bereiten uns ganz normal auf das Spiel gegen Sprockhövel vor. Ich habe noch nie so häufig auf die Wettervorhersage geguckt, wie aktuell. Es soll ja ab Donnerstag trockener werden, ich hoffe, dass wir dann gegen Sprockhövel endlich starten können. 

 - Cheftrainer Ottmar Griffel (rechts) und Co-Trainer Steffen Hardt müssen die Spannung in der Mannschaft hoch halten. (Foto: D. Schäfer)

Cheftrainer Ottmar Griffel (rechts) und Co-Trainer Steffen Hardt müssen die Spannung in der Mannschaft hoch halten. (Foto: D. Schäfer)

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