Home / News / Meister! Der Saisonrückblick I

21. Juni

Schliessen

Meister! Der Saisonrückblick I

Nur noch wenige Tage, dann startet die Vorbereitung auf die Saison 2016/2017 in der Regionalliga-West. Zeit für einen Rückblick auf das Aufstiegs- und Meisterjahr, in dem die Sportfreunde Siegen so viele tolle Erlebnisse und Ergebnisse vorzuweisen hatte. Kevin Wagener aus dem SFS-Medienteam schaut zurück:

Mit dem überzeugenden 5:0 (2:0)-Sieg über Stadtlohn krönte die Mannschaft eine tolle Saison mit dem direkten Wiederaufstieg in die Regionalliga West. Mehr noch, am letzten Spieltag sicherten sich unsere Sportfreunde trotz einer abschließenden 0:2 (0:1)-Niederlage bei der starken SpVgg Erkenschwick sogar die Meisterschaft – die erste seit knapp 20 Jahren! –, weil die Konkurrenz aus Sprockhövel ebenfalls patzte. Dabei war dieses Ergebnis, die Summe aus harter und kontinuierlicher Arbeit, weder vor noch lange während der Saison abzusehen.

Nach dem bitteren Abstieg aus der Regionalliga West 14/15 stand der Verein vor einem Scherbenhaufen: Die Mannschaft fiel bis auf wenige Mannen auseinander, ebenfalls verließ der Trainer das rot-weiße Boot. Zu dieser Zeit war der Grundtenor aus dem Umfeld klar: „Bloß nicht durchgereicht werden!“ Zwar keimte durch die Weiterverpflichtungen von wichtigen Säulen wie Dominik Poremba, Serkan Dalman und Mark Zeh ein kleiner Hoffnungsschimmer. Doch würde dies – insbesondere nach der Abkehr vom (Halb-)Profitum im Leimbachtal – reichen, um in der starken Oberliga Westfalen, die Gegner wie Sprockhövel, Rhynern und Lippstadt bedeutet, zu bestehen? Die Fraktion Skepsis war in jenen Tagen in der Mehrheit.

Rumpf-Elf am ersten Trainingstag

Die ersten Tage und Wochen der Vorbereitung auf die Oberliga-Saison gaben zusätzlichen Nährboden für Fragen. „Das war natürlich brutal, wir standen zwei, drei Wochen ohne Trainer da“, erinnert sich etwa Kapitän Mark Zeh inmitten der Aufstiegsfeier nach dem klaren Heimerfolg gegen Stadtlohn vor 2.600 Zuschauern im Leimbachstadion zurück. Tatsächlich war zum Startschuss der Spielzeit 15/16 bestenfalls eine Rumpf-Elf aus den wenigen gehaltenen Spielern und jenen aus dem Nachwuchsbereich auf dem Trainingsgeläuf versammelt. Zu ihnen gesellten sich im Laufe der ersten Wochen überwiegend junge Spieler aus U19-Mannschaften, die in Siegen ihr erstes Jahr im Seniorenfußball bestreiten wollten. Erfolgsgaranten wie Abdelhamid Sabiri, Marco Komenda oder Björn Jost waren allenfalls Insidern ein Begriff und trugen im Vorfeld der Saison nicht unbedingt dazu bei, das kommende Spieljahr optimistisch anzugehen, wie auch Erfolgs-Trainer Griffel verriet: „Die Zielsetzung war zu Beginn, nicht durchgereicht zu werden und sich erst einmal zu etablieren. Mit einer so jungen Mannschaft konnte nicht mehr erwartet werden. Nach anfänglichen Problemen haben wir uns aber Stück für Stück in die Saison gearbeitet, irgendwann war der einstellige Tabellenplatz ein realistisches Ziel. Wir haben weiter gearbeitet, uns nicht durcheinander bringen lassen und die vielen englischen Wochen überragend gemeistert. Wir wussten dass wir, wenn wir die Punkte aus diesen Spielen holen, oben ran kommen können. Dass wir das auf diese Art und Weise geschafft haben, ist sensationell. Besser geht’s nicht!“

Erster Gradmesser Rhynern

Noch bevor der erste Ball in der Oberliga rollen sollte, stand für unsere junge SFS-Elf die erste Bewährungsprobe in Form des Erstrunden-Spiels im Westfalenpokal an. Gegner war die Westfalia aus Rhynern – eine Elf, die durch die starken Leistungen, die den dritten Platz in der Endtabelle sicherten, der vergangenen Saison als Favorit galt. Bei hochsommerlichen Temperaturen auf dem Kunstrasenplatz des Leimbachstadions zeigte unsere Elf bereits im ersten Pflichtspiel, was in ihr steckt: Die Neuzugänge Jost und Sabiri besorgten den verdienten 2:0 (1:0)-Sieg gegen eine der Topmannschaften der Oberliga Westfalen. Zu diesem Zeitpunkt betrachtete das Umfeld diesen Erfolg nicht grundlos als Überraschung, konnte und wollte sich aber nicht davon blenden lassen – schließlich besitzt der Pokal seit jeher seine eigenen Gesetze und Rhynern musste eine gute Stunde in Unterzahl agieren. Einige Sportfreunde-Interessierte nahmen an, dass sich diese Leistungen im Laufe der Saison nicht regelmäßig wiederholen würden. Die Verifizierung dieser These bot sich sogleich eine Woche später gegen dieselbe Mannschaft aus Rhynern: Zum ersten Punktspiel der Oberliga Westfalen reiste der Sportfreunde-Tross zum Papenloh und erkämpfte sich beim torlosen Remis den ersten Punkt der Spielzeit. Entgegen der Erwartungen im Vorfeld zeigte die junge Griffel-Elf auch in dieser Partie eine couragierte Leistung und entführte den Zähler nicht unverdient.

Offensiv-Motor kam nur schwer ins Rollen

Zum ersten Heimspiel begrüßte die Mannschaft um Kapitän Mark Zeh den SuS Neuenkirchen im heimischen Leimbachstadion. Nach 90 Minuten blieben unsere Rot-Weißen abermals ungeschlagen – aber auch immer noch ohne eigenes Tor. Zwar boten sich vor 1.051 Zuschauern im Laufe der Partie einige Möglichkeiten zur Führung, letztendlich musste man sich aber mit der erneuten Punkteteilung zufrieden geben. Darauffolgend kam gleich der erste herbe Dämpfer der noch jungen Spielzeit: Mit 0:4 verlor der SFS bei der TSG Sprockhövel, die so recht vor der Saison niemand auf dem Zettel gehabt hatte für den Kampf um die ersten Plätze. Nach drei Spielen stand nach wie vor kein eigenes Tor in der Statistik, auf der anderen Seite die deutliche wie verdiente erste Niederlage. Für die Verantwortlichen indes war das zwar ärgerlich, aber keineswegs ein Grund, die Köpfe in den Sand zu stecken. Griffel verwies frühzeitig auf die Unerfahrenheit der Mannschaft und die schwierige Situation. Die sich bietenden Torchancen, sie mussten „einfach mal genutzt werden“. Haluk Arslan, eine der Kräfte der „Abteilung Attacke“, schien sich dies zu Herzen genommen zu haben, denn sein Treffer des Tages gegen die Zweitvertretung von Arminia Bielefeld bedeutete zugleich den ersten „Dreier“ der laufenden Spielzeit. Rückblickend kann diese Partie als erster großer Meilenstein betrachtet werden, taten sich unsere Sportfreunde in der Vergangenheit doch häufig sehr schwer gegen spielstarke und taktisch gut ausgebildete U23-Mannschaften. Durch das gewonnene Selbstvertrauen setzten die Mannen von Ottmar Griffel den positiven Trend zunächst mit den Siegen gegen Gütersloh und Zweckel (beide 2:0) fort und blieben dabei drei Mal in Folge ohne Gegentor, ehe die kleine Serie gegen den ambitionierten Aufsteiger aus Marl-Hüls (1:2) unterbrochen wurde. In der folgenden Partie in Ennepetal sollte die Null nach 90 Minuten wieder stehen – jedoch auf beiden Seiten. Unser SFS bestritt gegen die mit dem Ex-Profi Giovanni Federico verstärkte Ennepetaler Mannschaft ein gutes Spiel und hatte genügend Chancen, drei Zähler ins Leimbachtal zu führen. Während zu dieser Zeit aber auch die Punkteteilung auf fremdem Platz auf dem Weg zum Klassenerhalt gerne eingesammelt wurde, sollte im späteren Verlauf spekuliert werden, ob es nicht diese „liegengelassenen“ Punkte sein könnten, die am Ende der Saison den Unterschied machten.

Historischer Sieg in Rheine

223 Zuschauer in der OBI-Arena rieben sich die Augen: Nach 90 Minuten stand ein 0:7 (0:5) auf der Tafel – ein historischer Sieg! Frenetischer Jubel und Superlativen auf Seiten unseres SFS zierten diese Partie, während man in Rheine zurecht von einer indiskutablen Leistung sprach. Es war eine Begegnung, in der die Vorzüge unserer jungen Mannschaft, das schnelle Umschaltspiel, in vollen Zügen auf ging. Die „Kontermaschine“ lief wie geschmiert, der Offensiv-Knoten war spätestens jetzt eindrucksvoll geplatzt. Zudem zeigte sich allmählich, dass die Neuverpflichtungen Sabiri, Jost und Co. zu echten Glückstransfers avancierten. Nicht weniger eindrucksvoll geriet das kommende Topspiel der Liga gegen die direkte Konkurrenz aus Lippstadt: Hohes Selbstvertrauen und gnadenlose Effektivität gaben den Ausschlag für das 3:0 gegen den Aufstiegsaspiranten. Ottmar Griffel indes wollte die Trauben nicht zu hoch hängen, gestand aber ein, dass „hier immer mehr ein Rad ins andere greift“. Dies zeigte sich auch im Krombacher-Pokal auf Kreisebene, denn auch der „zweite Anzug“ zeigte insbesondere im Achtelfinale gegen die Sportfreunde Edertal beim 12:0 (6:0)-Erfolg, dass er zu passen scheint. Zuvor hatte man bereits den SV Altenseelbach (5:1) und die SG Wilden/Gilsbach (7:1) ausgeschaltet.

Hiobsbotschaft und Weichenstellung vor der Winterpause

Wenige Wochen vor der im Siegerland ungern „vorgezogenen“ Winterpause ereilte die Verantwortlichen eine echte Hiobsbotschaft: Toptorjäger Abdelhamid Sabiri zog sich im Training einen Riss des Innenmeniskus zu und würde der Mannschaft einige Wochen nicht zur Verfügung stehen. Gegen das „Kellerkind“ der Paderborner U23, das weitaus besseren Fußball bot, als der Tabellenstand es aussagte, gelangte die Griffel-Elf zwar zu einem 1:1-Unentschieden. Ohne den verletzten Torjäger und nach den witterungsbedingten Spielausfällen gegen den ASC Dortmund und die Sportfreunde Lotte (Westfalenpokal) verlor die Elf um Kapitän Mark Zeh nach einem „gebrauchten Tag“ verdient in Beckum. Positive Nachrichten hatte der Verein dennoch parat: Nicht nur, dass mit Dominik Poremba ein wichtiger Eckpfeiler seinen Vertrag in Siegen vorzeitig verlängerte, unsere Sportfreunde hatten mit der Nominierung von Manuel Konaté-Lueken für die U23-Mannschaft der Elfenbeinküste wieder einen Nationalspieler in den eigenen Reihen!

Teil II unseres großen Saisonrückblicks folgt!

 - Mit dem Aufstieg und der Meisterschaft endete eine der erfolgreichsten Saisons der SFS-Geschichte. (Foto: CST medien)

Mit dem Aufstieg und der Meisterschaft endete eine der erfolgreichsten Saisons der SFS-Geschichte. (Foto: CST medien)

Zurück zur Übersicht