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23. Juni

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Meister! Der Saisonrückblick II

Nur noch wenige Tage, dann startet die Vorbereitung auf die Saison 2016/2017 in der Regionalliga-West. Zeit für einen Rückblick auf das Aufstiegs- und Meisterjahr, in dem die Sportfreunde Siegen so viele tolle Erlebnisse und Ergebnisse vorzuweisen hatte. Kevin Wagener aus dem SFS-Medienteam schaut zurück:

Nachdem Rhynern in der ersten Runde besiegt war und auch die Hürde SV Sodingen (4:2) erfolgreich genommen wurde, kam es in der dritten Runde des Westfalenpokals am 08. Dezember 2015 zum Pokal-Kracher gegen die Namensvetter aus Lotte. Der West-Regionalligist, der sich in dieser Spielzeit erneut aufmachte, den Aufstieg in die 3. Liga perfekt zu machen und es diesmal am Ende auch schaffte, glich einer Herkulesaufgabe für unsere junge Mannschaft. Wer nun aber dachte, dass der Favorit schnell für klare Verhältnisse sorgen würde, der sah sich getäuscht: Die Griffel-Elf spielte mutig nach vorne und ging durch Tore von Haluk Arslan und Jakub Jarecki schnell mit 2:0 in Front, musste sich nach einem Doppelschlag von Lottes Pascal Schmitt jedoch mit einem 2:2-Pausenstand zufrieden geben. Nach der Pause hatten erneut unsere Sportfreunde den besseren Start und konnten durch SFS-Urgestein Serkan Dalman erneut in Führung gehen, ehe Lotte im letzten Viertel seine Qualität zeigte und das Spiel drehte. Trotz der 3:5-Niederlage gegen den hohen Favoriten verzeichneten Verantwortliche und Umfeld dieses Spiel als Achtungserfolg, bei dem man sich „über 90 Minuten sehr achtbar aus der Affäre gezogen“ hatte.

Die folgenden Wochen vor der offiziellen Winterpause waren weiterhin von Spielausfällen geprägt, so fielen die Begegnungen gegen den SV Schermbeck und den SuS Stadtlohn vorläufig (und, wie sich herausstellen sollte, noch wesentlich häufiger) der Witterung zum Opfer, ehe man zum Jahresabschluss die SpVgg Erkenschwick im Leimbachstadion empfing. Kurz vor Weihnachten setzte es eine vermeidbare 0:1-Niederlage gegen die Mannschaft um Oberliga-Topstürmer Stefan Oerterer, man überwinterte mit drei Spielen weniger auf dem 9. Tabellenplatz der Oberliga Westfalen – an diesem 17. Spieltag betrug der Rückstand auf den damaligen Tabellenzweiten Lippstadt noch sieben Punkte, auf Spitzenreiter Sprockhövel waren es sogar deren 13.

Transfercoup Jakobs sieht starken „Budenzauber“

Das neue Jahr war kaum fünf Tage alt, da zauberte der Verein in Form von der Rückkehr Julian Jakobs' an seine alte Wirkungsstätte ein verspätetes Weihnachtsgeschenk für alle Sportfreunde aus dem Sack. „Jule“ Jakobs, der seit seinem Wechsel vor rund zweieinhalb Jahren für Hansa Rostock in der 3. Liga und für den TSV Steinbach in der Regionalliga Südwest auf Torejagd gegangen war, unterzeichnete einen ligaunabhängigen Vertrag bis 2018 – abermals bewiesen die Verantwortlichen auf Transferebene ein goldenes Händchen. Auf der anderen Seite verließen Lasse Strotmann, Markus Haberkorn und David Jäger den Verein am Jahresende.

Es dauerte nicht lange, ehe sich Neuzugang Jakobs ein Bild von der Mannschaft machen konnte: Unsere Sportfreunde nahmen am 10. Januar 2016 am Sparhandy.de-Cup teil, dem Benefiz-Hallenturnier für die Lukas-Podolski-Stiftung. Die Schwalbe-Arena in Gummersbach war der Austragungsort des mit den Mannschaften des TSV 1860 München, MSV Duisburg, FSV Frankfurt, Kickers Offenbach, FC Schalke 04 U23 und unserer Sportfreunde Siegen stark besetzten Teilnehmerfeldes. Die Gegner unseres SFS in der Gruppe B hießen Schalke und Frankfurt, große Chancen auf ein Weiterkommen machte man sich im Siegener Lager im Vorfeld nicht. Vielmehr ging es darum dabei zu sein, Spaß zu haben, zu helfen und den Verein bei der Sport1-Liveübertragung gut zu vertreten. Und genau das tat die Griffel-Elf: Nach einem knappen aber verdienten 4:3-Erfolg über die U23 der Schalke ging die zweite Partie zwar mit 1:4 gegen Frankfurt verloren. Trotzdem stand man bereits vorher im Halbfinale, weil die Gelsenkirchener auch ihr Spiel gegen den FSV verloren hatten. Im Halbfinale wartete 1860 München, die als Gruppensieger weiter kamen. In einer flotten Begegnung ging der Favorit früh in Führung, mit dem lautstarken Siegener Anhang im Rücken gelang es unserer Mannschaft aber, das Spiel kurz vor Schluss noch zu drehen und den Einzug ins Finale perfekt zu machen. Dort hieß der Gegner abermals FSV Frankfurt, im Endspiel zeigte sich den Zuschauern jedoch ein anderes Bild als noch in der Gruppenphase: Unsere Kicker waren deutlich agiler und wacher, machten es den Frankfurtern nicht mehr so leicht, zu Toren zu kommen. Trotz großem Kampf und der sensationellen Unterstützung auf den Rängen der Schwalbe-Arena musste sich unser SFS erneut geschlagen geben, am Ende stand es 2:3. Die Stimmung indes war trotzdem super, feierte man mit dem zweiten Platz doch einen vorher nicht für möglich gehaltenen Erfolg, der weit über die Region hinaus für Aufsehen sorgte.

Voigt geht nach erfolgreicher Wintervorbereitung

Zur Vorbereitung auf die Rückrunde der Oberliga Westfalen hatten die SFS-Verantwortlichen einige Testspiele angesetzt, die positiv gestaltet werden konnten. Nach einer „Nullnummer“ gegen den FC Hürth gelang gegen den Nachbarn aus Steinbach ein 1:0 – Torschütze war ausgerechnet der aus Steinbach abgewanderte Julian Jakobs. Es folgten ein weiteres Unentschieden (2:2) gegen den letztjährigen Mit-Regionalligisten FC Hennef sowie ein 4:2-Erfolg gegen den FC Iserlohn.

Wenige Tage später wurde bekannt, dass Co-Trainer und Ex-Profi Alexander Voigt den Verein verlassen würde. Mannschaft und Trainer sollten sich davon jedoch unbeeindruckt zeigen, der neue Mann neben Griffel wurde der bisherige Trainer unserer U19, Steffen Haardt. Auch er sah mit dem 2:0-Erfolg im kurzfristig angesetzten Test gegen die Regionalliga-Mannschaft von Rot-Weiss Essen ein weiteres Ausrufezeichen, nachdem das Meisterschaftsspiel gegen Rhynern ausgefallen war.

Verzerrtes Tabellenbild

Die anhaltenden Spielausfälle sorgten mit der Zeit für ein extrem verzerrtes Tabellenbild der Oberliga Westfalen: Während unser SFS weiterhin auf 14 gespielte Partien kam, hatten andere Mannschaften da bereits 19 Partien gespielt. Im Interview auf der Vereins-Homepage wies Ottmar Griffel auf die Problematik hin, die eine solche Verzerrung mit sich bringt: „Es ist frustrierend. Wir haben eine zweimonatige Winterpause hinter uns, Für die Mannschaft, die sich immer wieder auf den Punkt hin vorbereitet und auf einen Gegner fixiert starten will, enttäuschend.“ Viel Arbeit auf und abseits des Platzes also für das Trainergespann, neben dem Training wurden viele Gespräche geführt und kurzfristige Tests anberaumt. Kritik am aktuellen System konnte aber auch Griffel sich nicht verkneifen: „Man weiß, dass wenn Regen und Schnee kommen, die Spiele im Dezember, Januar und Februar sehr oft ausfallen. Man könnte den Rhythmus der englischen Wochen viel früher sporadisch in den Spielplan einbauen, wenn die Plätze noch gut bespielbar sind. Das ist einfach eine Sache der Planung.“

Vorgezogenes Topspiel gegen Sprockhövel

Aufgrund der vielen Spielausfälle kam es, wie es kommen musste: Der erste Gegner  nach der Winterpause hieß TSG Sprockhövel, bis dahin souveräner Tabellenführer der Oberliga Westfalen. 1.089 Zuschauer im Siegener Leimbachstadion sahen dabei, wie unsere Mannschaft die gute Form aus der Vorbereitung in die Meisterschaft mitnehmen konnte und dass die Ausfälle nicht zwangsläufig Tribut forderten. Nach Toren von Konaté-Lueken und Jost gewann unser SFS ein bis zum Abpfiff spannendes Topspiel knapp aber verdient mit 2:1 – ein weiteres dickes Ausrufezeichen.

In den folgenden Wochen behielt die Mannschaft ihre Form bei und besiegte durch „den doppelten Zeh“ erst die U23 aus Bielefeld mit 3:1, ehe das Tor von Haluk Arslan zum 1:0-Erfolg über den ASC Dortmund unsere Elf auf Platz vier der Oberliga Westfalen hievte. Wenige Tage später wurde publik, dass der Verein die Zulassung für die Regionalliga West beantragen würde – ebenso wie die TSG Sprockhövel und der SV Lippstadt. Es bahnte sich ein Dreikampf um die beiden Aufstiegsränge an, gleichzeitig durfte man aber nicht den Blick nach unten verlieren, da der Aufstieg in die Regionalliga nur bis Platz vier berechtigt und insbesondere die SpVgg Erkenschwick und Westfalia Rhynern sich in der oberen Tabellenhälfte festsetzten. Mit dem 2:2-Unentschieden im Rückspiel gegen Gütersloh, wo der Ausgleichstreffer quasi mit dem Schlusspfiff hingenommen werden musste, erlitt der aufkeimende Enthusiasmus einen kleinen temporären Dämpfer.

Gemeinsame Aktion mit real,- ein voller Erfolg

Umso erfreulicher gestaltete sich das Gemeinschaftsprojekt der Sportfreunde Siegen und des real,- Markt Siegen, die in Kooperation ein Sportfreunde Siegen-Sammelalbum auf den Markt brachten. Das an den Panini-Alben der EMs und WMs orientierte Sammelalbum, das alle Ebenen, Mitarbeiter und Spieler des Vereins abdeckt, lockte an mehreren Terminen jeweils über 50 Fans in die Sportabteilung der Filiale in Siegen-Eiserfeld, wo neben dem Tauschen und Komplettieren der eigenen Alben mit einer Torwand und einer Grill-Station für beste Stimmung und das leibliche Wohl gesorgt wurde.

Ebenfalls abseits des Oberliga-Alltags machte sich unsere Elf auf, das Finale des Kreispokals zu erreichen. Auf dem Weg dorthin wartete im Viertelfinale der direkte Nachbar SuS Niederschelden, der es unserem SFS äußerst schwer machen sollte, das Halbfinale zu erreichen. Die Hausherren gaben am heimischen Rosengarten alles und trotzten lange der vermeintlichen Übermacht des großen Nachbarn: Nachdem Adil Kouskous unsere rot-weißen nach gut 25 Minuten in Führung brachte, musste nach einem einfachen Ballverlust in der Vorwärtsbewegung mit dem Pausenpfiff der Ausgleich hingenommen werden. Ein Eigentor zehn Minuten vor Schluss brachte schließlich die Entscheidung in einer eng geführten Partie, in der diverse Stammkräfte geschont worden waren.

Pflichtaufgabe Zweckel, erneuter Stolperstein Marl-Hüls

Auch der SV Zweckel, im Tabellenkeller der Oberliga Westfalen steckend, machte unserem SFS keine Geschenke, nach einem nicht unverdienten, jedoch Kräfte zehrenden 2:0-Erfolg gelang der Mannschaft der Sprung auf Platz drei. Wieder war es der genesene Abdelhamid Sabiri, der die Partie mit dem Treffer zum 0:2 zugunsten unserer Sportfreunde entschied. Eine Woche später hieß der Gegner Marl-Hüls, die Mannschaft, gegen die unsere Sportfreunde sich bereits im Hinspiel äußerst schwer taten. Auch im Rückspiel gab es für die Griffel-Elf nichts zu holen, zum ersten Mal in 2016 war man geschlagen. Nach 90 Minuten stand es 1:3, gleichbedeutend damit war der Fall auf Platz fünf der Tabelle.

Bei „bestem Siegerländer Wetter“ empfingen unsere Sportfreunde daraufhin Ennepetal im Leimbachstadion. Während die 1.148 Zuschauer in der ersten Hälfte magere Kost vorgesetzt bekamen, entwickelte sich mit dem einsetzenden Regen in den zweiten 45 Minuten „ein geiles Spiel“, welches Kapitän Mark Zeh rund eine Viertelstunde vor dem Ende zugunsten unserer Mannschaft entscheiden konnte. Obwohl es im anschließenden Duell trotz einer 3:1-Führung nur zu einem fulminanten 3:3-Unentschieden gegen Hamm gereicht hatte, war man wieder in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen. Als Tabellendritter betrug der Rückstand auf Lippstadt vier, auf Sprockhövel sieben Punkte.

 

 

 - Toller Auftritt unserer Sportfreunde im Januar beim "Sparhandy.de-Cup". (Foto: Schäfer)

Toller Auftritt unserer Sportfreunde im Januar beim "Sparhandy.de-Cup". (Foto: Schäfer)

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