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25. Juni

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Meister! Der Saisonrückblick III

Morgen startet die Vorbereitung auf die Saison 2016/2017 in der Regionalliga-West. Zeit für einen Rückblick auf das Aufstiegs- und Meisterjahr, in dem die Sportfreunde Siegen so viele tolle Erlebnisse und Ergebnisse vorzuweisen hatte. Kevin Wagener aus dem SFS-Medienteam schaut zurück.

Hier finden gibt's den Saisonrückblick Teil I

Hier finden gibt's den Saisonrückblick Teil II

Zur echten Zitterpartie avancierte der Auftritt unserer Sportfreunde beim SuS Stadtlohn: In einer nur notdürftig beleuchteten Partie gingen die Hausherren nach rund 30 Minuten in Führung, welche „Jule“ Jakobs jedoch noch vor der Pause egalisieren konnte. Die zweite Hälfte fand ihre Höhepunkte schließlich in zwei Pfiffen: Zwei Mal entschied der Unparteiische Sören Storks auf Elfmeter. Doch während Haluk Arslan den fälligen „Elfer“ zum 2:1 für unseren SFS verwertete, scheiterte auf der anderen Seite Stadtlohn mit seinem Strafstoß in buchstäblich letzter Sekunde – Sieg, Mund abwischen, Augenmerk auf Rheine! Der Vergleich beider Mannschaften in der Hinrunde war noch bestens in Erinnerung, das historisch hoch anmutende 7:0 wird so schnell nicht in Vergessenheit geraten. Das Rückspiel indes nahm man intern nicht auf die leichte Schulter, die Eintracht aus Rheine würde sich sicher kein zweites Mal derart desolat zeigen. Zwar ließen sich die Rheiner nicht noch einmal eindrucksvoll abschlachten. Deutlich wurde das Ergebnis im Leimbachstadion trotzdem: Knapp 1.300 Zuschauer sahen einen ungefährdeten 4:1 (3:0)-Heimerfolg, bei dem „der Deckel frühzeitig drauf gemacht“ wurde, wie Julian Jakobs nach dem Spiel kommentierte. Mit zwei Siegen im Gepäck war alles für das nächste Topspiel in Lippstadt angerichtet!

Mit Griffel nach Lippstadt, mit Seibert in die Zukunft

Vor dem Topspiel gegen Lippstadt gab der Verein bekannt, dass die Verträge mit Chef-Trainer Ottmar Griffel und dem derzeitigen Coach der U17-Bundesliga-Mannschaft, Thorsten Seibert, verlängert wurden. Während Seibert in der kommenden Spielzeit als Co-Trainer fungieren soll, ist angedacht, die Rollenverteilung zur Saison 17/18 umzukehren. Ab dann soll Seibert den Chef-Posten übernehmen und Ottmar Griffel als Teamchef erhalten bleiben. Der erste Vorsitzende des Vereins, Roland Schöler, kommentierte, dass es „uns sehr wichtig ist, dass wir uns weiterhin auf den Sachverstand, auf die Erfahrung und die regionalen Netzwerke von Ottmar Griffel verlassen können und dass er ab der Saison 17/18 eng mit Sportvorstand Reiner Jakobs in der Kaderplanung und der strategischen Entwicklung des sportlichen Bereichs zusammenarbeiten wird.“

Zusammenarbeit, das war auch der Schlüssel für den bisher so erfolgreichen Saisonverlauf und auch für den erneuten Erfolg in einem Top-Spiel der Oberliga Westfalen. Das Spiel, das aufgrund des großen Zuschauerandrangs mit viertelstündiger Verspätung angepfiffen wurde, bot zu Beginn keine klaren Torraumszenen auf beiden Seiten. Erst nach dem Pausentee wurden die Visiere hüben wie drüben etwas offener, wobei die Hausherren aus Lippstadt zunächst die zielstrebigeren Elf auf dem Platz waren. Rückhalt war wie so oft Dominik Poremba, der unserer Mannschaft mit tollen Paraden die Null und im Spiel hielt. Nachdem abermals Haluk Arslan der umjubelte Treffer zum 1:0 gelang, warfen die Gastgeber noch einmal alles nach vorne, fanden aber stets in Poremba ihren Meister – und nach 90 spannenden Minuten hieß der Sieger erneut Sportfreunde Siegen!

Zeit zum Durchschnaufen gestattete der dichte Spielplan der Griffel-Elf unterdessen kaum. Unter der Woche stand noch das Halbfinale des Krombacher-Pokals auf dem Programm. Wie üblich in diesem Wettbewerb schonte Ottmar Griffel einige Stammkräfte der ersten Mannschaft, die „zweite Welle“ sollte und wollte es gegen die SG Hickengrund richten. Der Bezirksligist machte ein anständiges Spiel und schenkte den rot-weißen gleich drei Treffer ein – musste auf der Gegenseite aber auch deren sieben schlucken, sodass unter dem Strich ein verdienter und angemessener Sieg zu Buche stand und der Einzug ins Finale perfekt war. Der Gegner dort sollte der Lokalrivale und Westfalenligist aus Kaan-Marienborn werden.

Kapitän gebunden, Aufstiegsplatz erobert

Die Stimmung, sie konnte nach den erfolgreichen Wochen in der Oberliga Westfalen nicht besser sein. Nach dem Sieg in Lippstadt befand man sich in unmittelbarer Schlagdistanz zu Platz zwei, der im Nachholspiel gegen die derzeitige Mannschaft der Stunde aus Rhynern erklommen werden konnte. Zuvor aber gab der Verein eine Mitteilung heraus, die ebenso essenziell für die Zukunft ist wie die Weiterverpflichtungen von Dominik Poremba und Ottmar Griffel: „Der Kapitän bleibt an Bord!“, kündigte die Schlagzeile die freudige Nachricht in großen roten Lettern auf der neu gestalteten und generalüberholten Homepage des Vereins an. Zeh selbst zeigte sich glücklich über die Verlängerung des Kontraktes: „Ich habe hier schon Einiges erlebt, der Verein ist mir ans Herz gewachsen und ich weiß, was hier alles möglich ist. Ich freue mich, auch nächste Saison im Leimbachstadion aufzulaufen.“

Selbstverständlich führte Zeh als Kapitän seine Elf auch gegen Westfalia Rhynern am folgenden Wochenende aufs Feld. Es war eine intensive Partie, in der unser SFS durch „Mr. 1:0“, Haluk Arslan, erneut die Oberhand behielt – es war bereits der siebte Sieg der Rückrunde, gar der neunte in 2016. Arslan, der als Gefoulter selbst den fälligen Strafstoß zum Tor des Tages nutzte, bugsierte die Griffel-Elf mit nunmehr 51 Punkten auf den Aufstiegsplatz zwei! Lippstadt (49) und Sprockhövel (56) hatten in dieser Phase bereits zwei Partien mehr gespielt. Als dann auch die Zweitvertretung des SC Paderborn mit 4:1 nach Hause geschickt werden konnte, war die 9-Punkte-Woche perfekt und auch dem Letzten war klar: Die Sportfreunde Siegen haben eine herausragende Ausgangslage im Saisonendspurt und können das Unmögliche möglich machen!

Bravurös durch die englischen Wochen

Und es ging Schlag auf Schlag weiter. Bedingt durch die vielen Ausfälle im Winter paarte sich englische Woche an englische Woche – eine enorme Belastung für Mannschaft und Trainer. Gegen den SV Schermbeck ließ unser SFS jedoch erneut nichts anbrennen und feierte nach dem 2:0 (1:0) den sechsten Sieg in Folge. Darüber hinaus konnte der Vorsprung auf Lippstadt auf satte acht Punkte ausgebaut werden, so dass Chef-Trainer Ottmar Griffel sichtlich gelassener wirkte und etwas ruhiger in die Zukunft blickte. Zwar riss die Siegesserie im folgenden Spiel beim ASC Dortmund. Nach dem leistungsgerechten 1:1 und dem 58. Punkt der Saison bleib man aber weiterhin ungeschlagen und auf das neue große Ziel fokussiert: Wiederaufstieg in die Regionalliga West! Das knappe und hart erkämpfte 2:1 in Neuenkirchen, das unsere Sportfreunde zum neuen Spitzenreiter der Oberliga Westfalen machte, untermauerte den neuerlichen Anspruch nochmals.

Verzögerungs-Kuriosum gegen Roland-Beckum

Was niemand vor der Saison zu träumen wagte, rückte nun in greifbare Nähe. Würden unsere Sportfreunde im Heimspiel gegen Roland-Beckum dreifach punkten, während Lippstadt maximal unentschieden spielt, der Aufstieg wäre sicher! Alles war angerichtet: Bestes Fußballwetter, eine gut gefüllte Gegengerade, Radio Siegen live vor Ort. Doch etwas Wichtiges ließ auf sich warten – der Gegner samt Schiedsrichtergespann! Aufgrund eines Brandes auf der A45 entwickelte sich ein Stau, sodass der Anpfiff der Begegnung zunächst um eine halbe Stunde nach hinten verschoben wurde. Lange blieb die Anstoßzeit ungewiss, unter den knapp 2.000 Zuschauern machte außerdem die Runde, dass womöglich gar nicht gespielt würde. Um exakt 17:38 Uhr, nachdem zunächst die Unparteiischen, kurze Zeit später auch der Gegner eintraf, ertönte der Pfiff nach über zweieinhalbstündiger Verzögerung aber schließlich doch noch. Aufgrund der langen Verzögerung war jedoch bereits durchgedrungen, dass der SV Lippstadt sein Spiel 3:1 gewonnen hatte und es keine Aufstiegsfeier geben würde. Vielleicht lag es an diesem Spannungsabfall, doch am Ende verlor die Griffel-Elf das Spiel unglücklich mit 0:1 gegen eine Mannschaft, die mehrere Stunden im Stau stecken geblieben war.

Rückschläge auf der Zielgeraden

Weiterhin blieb keine Zeit, die Spiele aufzuarbeiten. Der Fokus wurde schnell auf die nächsten Aufgaben gelegt, und die hießen 1.FC Kaan-Marienborn im Kreispokal-Finale und SV Schermbeck, wo die erneute Aufstiegschance wartete. Die „Generalprobe“ gegen den Nachbarn ging dabei gründlich in die Hose. Vor einer ordentlichen Kulisse von 1.200 Zuschauern ging unser SFS zwar durch Kizil nach einer Viertelstunde in Führung, ließ sich im Anschluss aber nach und nach den Schneid abkaufen und verlor das Endspiel am Ende nicht unverdient mit 1:2. Dennoch war mit dem Abpfiff dieses Spiels der Weg und die Köpfe frei für das „Matchball-Spiel“ in Schermbeck. Da der Verfolger aus Lippstadt tags zuvor sein Spiel verlor, reichte Mark Zeh und seiner Mannschaft ein Unentschieden, um den Aufstieg perfekt zu machen. Rund 350 mitgereiste Sportfreunde-Anhänger machten die Begegnung in der Schermbecker Volksbank-Arena zum Heimspiel und mussten mit ansehen, wie der akut abstiegsgefährdete SV Schermbeck besser mit dem schwierigen Rasen zurechtkam als unsere Sportfreunde. Durch einen Elfmeter in der ersten Spielminute und einem Treffer kurz vor der Pause lag die Griffel-Elf bereits zur Pause 0:2 zurück, der Anschlusstreffer durch Sabiri kam zu spät. Griffel monierte im Nachgang der Partie, dass „wir zu spät angefangen haben, Fußball zu spielen.“

Aufstieg vor Saison-Rekordkulisse

Aller guten Dinge sind bekanntlich drei: Das letzte Heimspiel der Saison gegen den SuS Stadtlohn, der sich kurz zuvor selbst gerettet hatte, bot unserer Mannschaft die dritte Möglichkeit, „den Sack zuzumachen“. Vor der Rekordkulisse von knapp 2.600 Zuschauern im Leimbachstadion gab es dabei vom Anpfiff weg keinen Zweifel daran, wer dieses Spiel gewinnen wollte und gewinnen würde. Bei toller Atmosphäre unter Flutlicht spielten unsere Sportfreunde ein ums andere Mal nach vorne und wurden schnell belohnt: Nach Toren von Jost und Sabiri stand es bereits nach einer halben Stunde 2:0 – sichtlich zufrieden gingen die Zuschauer in der Pause zu den langen Schlangen der Verpflegungsstände. Als dann der zur U23 von Borussia Mönchengladbach wechselnde Marco Komenda kurz nach der Halbzeit mit einem sehenswerten Freistoß auf 3:0 und wenig später sogar auf 4:0 stellte, war die Messe endgültig gelesen. Noch vor dem abschließenden 5:0-Endstand, den abermals unser Top-Scorer Abdelhamid Sabiri kurz vor Schluss besorgte, hätte es einige Male mehr im Kasten des SuS Stadtlohn klingeln können, vergebenen Chancen trauerte zu diesem Zeitpunkt aber keiner der 2.589 Zuschauern mehr nach. Mit dem Abpfiff dann kannte die Freude keine Grenzen mehr: „Nie mehr Oberliga!“ und „Der SFS ist wieder da!“, skandierten die Fans auf dem Rasen, die Mannschaft ließ Erfolgs-Trainer Griffel, Zeugwart „Reini“ Boldt und Sportvorstand Reiner Jakobs hochleben und Serkan Dalman zeichnete für die obligatorische Bierdusche verantwortlich. Noch bis spät in die Nacht feierten Mannschaft, Verantwortliche und Fans den sensationellen Aufstieg auf dem Rasen, im VIP-Zelt und später in der Gaststätte „Anpfiff“.

Nach dem Aufstieg ist vor der Meisterschaft

Viel Zeit zum Feiern blieb der Mannschaft allerdings nicht: Am letzten Spieltag der Oberliga Westfalen bot sich unseren Sportfreunden schließlich noch die Gelegenheit, Meister zu werden und damit das begehrte Ticket für das Qualifikationsspiel um den Einzug in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals zu erwerben. Auch am Stimberg in Erkenschwick verwandelte der Siegener Anhang die Stätte zum Heimspiel, doch blieb lange ungewiss, ob sie denn nach dem Ende der Partie auch feiern dürfen. Die starke SpVgg Erkenschwick, bei der nach der Saison ein kompletter Umbruch ansteht, wollte sich vernünftig aus der Saison und vom Verein verabschieden – und hielt Wort. Oerterer kurz vor der Halbzeit und Nebi kurz vor dem Ende sorgten für einen verdienten 2:0-Sieg der Hausherren. Zeitgleich unterlag die TSG Sprockhövel gegen das Schlusslicht aus Zweckel jedoch ebenso überraschend wie deutlich mit 0:3, sodass am Ende Mannschaft und Fans die begehrte Meister-Trophäe nach über 20 Jahren gemeinsam gen Himmel reckten.

Und auch, wenn im entscheidenden Spiel Anfang Juni in Lotte am Ende der Drittliga-Aufsteiger gewann und sich als eine Nummer zu groß entpuppte – die Saison 2015/2016 wird als voller Erfolg, als große Überraschung, als vielumjubelte Leistung von Trainerteam und Mannschaft in die SFS-Geschichte eingehen. Der direkte Wiederaufstieg ist geglückt und ab dem letzten Juli-Wochenende 2016 heißen die Gegner in der Regionalliga-West wieder Rot-Weiss Essen, Alemannia Aachen oder Rot-Weiß Oberhausen. Der Verein bedankt sich noch einmal für die herausragende Unterstützung aller Partner, Sponsoren, Medienschaffenden und vor allem Fans in der Oberliga-Saison 2015/2016 – und freut sich jetzt schon auf ein tolles neues Fußballjahr!

 

 

 - Riesenjubel am Ende einer überragenden Saison. (Foto: CST medien)

Riesenjubel am Ende einer überragenden Saison. (Foto: CST medien)

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