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31. August

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Nackenschlag im Livespiel

Bitterer kann ein Fußballabend wohl nicht enden. Unsere Sportfreunde Siegen haben die Partie des 6. Spieltags der Regionalliga West gegen die SG Wattenscheid 09 mit 3:4 (2:3) verloren. Dabei sahen 1470 Zuschauer im Leimbachstadion eine furiose Partie mit sieben Toren, einer Roten Karte und jeder Menge Dramatik - und leider dem schlechteren Ende für die Neuen Freunde.

Start nach Maß

Die erste Viertelstunde jedoch hätte kein Autor für die Gastgeber aus dem Leimbachtal besser schreiben können: Das Team von Cheftrainer Ottmar Griffel ging hochkonzentriert zu Werke, stand solide und setzte bis zur 14. Minute zwei Angriffe, die jeweils in Tore gemünzt wurden. Zunächst eröffnete Torwart Dominik Poremba einen blitzschnellen Konter, der dann bei Benedikt Zahn im Sturmzentrum landete, die feine Vorarbeit des Mittelstürmers erreichte den heranstürmenden Arda Nebi, der aus 12 Metern dem Wattenscheider Keeper keine Chance ließ (6.). Als acht Minuten später erneut Zahn mit der Kopfballvorarbeit den Kapitän Mark Zeh in der Mitte bediente und dieser an Sancaktar vorbei ins Gehäuse grätschte, schien der Abend wie für SFS gemacht.

Doch schon zu diesem Zeitpunkt hatten sich in der Defensive der eine oder andere Fehler offenbart, der nun von den ballsicheren und offensivstarken Gästen ausgenutzt wurde. "Wir hatten in der ersten Halbzeit keinen Zugriff zum Spiel, auch vor dem 2:0 nicht. Wir sind schon geschwommen und haben dann die Tore kassiert", erklärte Mittelfeldspieler Julian Jakobs nach der Partie. In der 18. Minute nahm der Ex-Siegener Manuel Glowacz aus rund 20 Metern maß und überraschte Poremba im Siegener Kasten mit einem Flatterball - der Anschluss. "Wir haben zu diesem Zeitpunkt dem Wirbel von Wattenscheid nichts entgegenzusetzen gehabt. Dass die Tore zu einfach gefallen sind, ist mir als Erklärung so kurz nach dem Spiel erst mal zu einfach. Das werden wir uns auf Video noch einmal angucken", so Griffel.

Gäste drehen das Spiel

Daniel Keita-Ruel mit einem quer durch den Sechzehner aufgelegten Ball (23.) und schließlich erneut Manuel Glowacz nach feiner Vorarbeit von Jonas Erwig-Drüppel (33.) drehten die Partie auf den Kopf und brachten die SGW mit 3:2 in Führung - zum Entsetzen der Zuschauer im Leimbachtal. Mit diesem Zwischenstand ging es auch in die Pause, obwohl Berkant Canbulut in der 40. Minute sogar das 4:2 auf dem Fuß hatte, jedoch verzog. Zu häufig hatten unsere Sportfreunde in der Rückwärtsbewegung Fehler gezeigt, die stets in die Halbpositionen schiebenden Offenivakteure Glowacz und Erwig-Drüppel bekam man kaum in den Griff, immer wieder spielte sich Kapitän Nico Buckmaier oder Berkant Canbulut durch das Zentrum und kam die Toku-Elf bis zur Grundlinie frei durch.

Die Umstellung in der Pause schien erfolgt zu sein, denn nach dem Seitenwechsel verdichteten unsere Sportfreunde das Zentrum mit Niklas Zeller, der nun defensiver agierte und die beiden Sechser Mark Zeh und Marco Rente in der Arbeit vor der Viererkette unterstützte. Mehr Zugriff war die Folge, auch, wenn damit die eigenen Offensivbemühungen weiterhin ausbaufähig blieben. Doch unser SFS war wieder im Spiel - und schwächte sich schließlich nach knapp einer Stunde selbst. Nach einem Rückpass zwischen die Innenverteidiger liefen Torwart Dominik Poremba und Wattenscheids Keita-Ruel zum Ball, Schiedsrichter Markus Wollenweber entschied nach dem Zweikampf auf Foul und Notbremse. Für SFS-Keeper Poremba stellte Griffel Christoph Thies zwischen die Pfosten, Benedikt Zahn musste für ihn vom Feld.

Die Moral und die Leidenschaft in Unterzahl konnte man den Neuen Freunden nun in keiner Weise absprechen, das Team fightete um jeden Meter und versuchte auch selbst noch, nach vorne Akzente zu setzen. Mit Manuel Konaté und Jakub Jarecki brachte Griffel zwei weitere Offensivkräfte, die sich einschalteten. Und Siegen wurde belohnt: In der 85. Minute erzielte Arda Nebi mit seinem zweiten Tor an diesem Abend den Ausgleich, das 3:3! Riesenjubel im Leimbachstadion, der jedoch sechs Minuten später in der Nachspielzeit erstickt werden sollte. Nach einer Flanke von Glowacz, der auf der rechten Seite zu viel Zeit und Raum bekam, nahm der eingewechselte Fabio Diaz das Leder direkt und schoss zum 4:3 für die Gäste ein.

"Ein echter Nackenschlag"

Cheftrainer Ottmar Griffel sagte nach dem Spiel: "Nach dem Platzverweis hat die Mannschaft in Unterzahl erneut große Moral bewiesen und wir sind mit den Umstellungen noch zum Ausgleich gelangt, der sich wie ein moralischer Sieg angefühlt hätte, aber das vierte Tor war ein echter Nackenschlag. Für die Mannschaft. Wir müssen das nun analysieren, die Ruhe behalten und dann nach vorne schauen."

MATCH-FACTS

Siegen: Poremba - Kurt (77. Jarecki), Beier, Bauman, Dudda (62. Konaté) - Zeh, Rente - Nebi, Zeller, Jakobs - Zahn (59. Thies)
Wattenscheid: Sancaktar - Bah-Traore, Clever, Jakubowski, Langer - Canbulut, Tumbul - Erwig-Drüppel (67. Dias), Buckmaier (77. Kaplan), Glowacz - Keita-Ruel.
Tore: 1:0 Nebi (6.), 2:0 Zeh (14.), 2:1 Glowacz (18.), 2:2 Keita-Ruel (23.), 2:3 Glowacz (33.), 3:3 Nebi (85.), 3:4 Dias ((90. + 1).
Zuschauer: 1470
Schiedsrichter: Markus Wollenweber

 - Enttäuschung bei den Neuen Freunden nach der Niederlage. (Foto: hotspot-foto.de/René Traut)

Enttäuschung bei den Neuen Freunden nach der Niederlage. (Foto: hotspot-foto.de/René Traut)

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