Krönchenkicker schlagen Velbert souverän

Schiedsrichter: Francisco Lahora ChulianLinienrichter: Jan-Philipp Schöneseiffen, Marcel Heller
Zuschauer: 2.308
Joker sorgen beim 3:1-Erfolg für einen tollen Schlusspunkt der Regionalligasaison 2025/26
Spielbericht vom 16. Mai 2026
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Die Sportfreunde Siegen haben ihr letztes Saisonspiel am Samstagnachmittag (16.05.) vor 2308 Zuschauern im Leimbachstadion souverän mit 3:1 (1:1) gewonnen. Gegen die SSVg Velbert 02, die nach einer frühen Roten Karte lange in Unterzahl agieren muss, kontrolliert SFS das Geschehen über 90 Minuten.
Die Sportfreunde setzten im Saisonfinale auf ein 4-3-3-System, Chefcoach Boris Schommers bot neben Jannik Krämer - der die Leimbachelf als Kapitän durch die letzte Schlacht führte - auch André Dej in der ersten Elf auf und schenkte beiden Spielern einen tollen Abschied. Ein weiterer Abgang sollte seine Jokerqualitäten später noch unter Beweis stellen.
Nach der Verabschiedungszeremonie nahmen die Krönchenkicker von Beginn an das Heft in die Hand und näherten sich früh dem gegnerischen Kasten an. Malik Hodrojs Schuss nach feiner Einzelleistung geriert zu zentral (4.), Luca Rumpf köpfte wenig später knapp am linken Pfosten vorbei (10.). Keine zwei Zeigerumdrehungen später landete das Leder am Fünfmeterraum bei David Kammerbauer, der es nicht mehr gedrückt bekam und die Murmel so über den Kasten von SSVg-Keeper Jackmuth hob (12.).
Früh dezimierte Velberter mit Traumtor
SFS war klar tonangebend und bekam mit der nächsten Aktion eine noch bessere Ausgangslage: Velberts Herzenbruch konnte den durchgestarteten Kevin Goden nur regelwidrig stoppen, als letzter Mann sah der Kapitän folgerichtig den Roten Karton (13.). Den fälligen Freistoß setzte Spezialist Dej drüber (15.). Die Gäste parkten daraufhin erstmal den Bus, während die Schommers-Elf komplett in der gegnerischen Hälfte agierte. Bis auf zwei Verlegenheitsschüsse aus der zweiten Reihe zeigte sich der Gast eher selten vorne.
Mitten in das Drängen der Sportfreunde dann aber die kalte Dusche: Bei einem der wenigen Vorstöße zogen die Gäste einen Freistoß an der linken Strafraumkante. Muckschan nahm Maß und zirkelte die Pocke an den rechten Innenpfosten, von wo es traumhaft im Giebel einschlug (25.). Marcel Johnen streckte sich vergebens. Die Antwort ließ jedoch nicht lange auf sich warten; gleich mehrfach - ganze vier Mal (!) - zappelte der Ball noch vor dem Abpfiff der ersten Hälfte im Velberter Netz. Bei drei Treffern ging jedoch eine Abseitsstellung voraus (29./38./43.).
Der dritte Anlauf zählt
Dazwischen generierten die Krönchenstädter weitere Chancen - und nutzten eine davon zum überfälligen Ausgleich. Hodroj gab den Ball rechts in die Mitte, wo Goden nur mit der Fußspitze an die Pille kam und sie damit unfreiwillig zu Elsamed Ramaj spielte, der im Fallen mit der Brust zum 1:1 traf (40.). Zuvor hatte Ramaj nach Goden-Flanke per Kopf noch den Kasten verfehlt (36.), auf der Gegenseite musste Johnen sich ein Mal nach einem weiteren Distanzversuch auszeichnen (35.).
Auch nach dem Pausentee, beide Teams wechselten zunächst nicht, zeigte sich dasselbe Bild: Die Sportfreunde spielten und legten sich meist mauernde Gäste zurecht. Wo im gegnerischen Strafraum oft noch ein Kopf, ein Bein oder ein Fuß Schlimmeres zu verhindern wusste, machte die Abseitsfahne der Leimbachelf hernach zum vierten Mal einen Strich durch die Rechnung. Einen platzierten Schuss konnte Jackmuth nur unzureichend nach rechts parieren, Ömer Tokac stach zu - und befand sich dabei wohl in der verbotenen Zone (56.).
Joker drehen die Partie
Kurz zuvor waren zwei Ären geendet: Krämer, seit elf Jahren für SFS am Ball, klatschte sich ebenso wie Dej, der seine Karriere beendet, unter tosendem Applaus mit Arif Güclü, respektive Tom Gutsch ab (54.). Nachdem Ramaj einen Freistoß aus vielversprechender Position über das Tordach gehoben hatte (58.) und Velberts Hilger aus unerfindlichen Gründen auf den Abschluss im Siegener Strafraum verzichtete (64.), durfte auch Jubes Ticha (für Flo Mayer, 66.) sich anständig auf dem Rasen aus dem Siegerland verabschieden.
Und der Innenverteidiger benötigte nicht lange, um dem Spiel die Wende zu geben: Mit einer butterweichen Flanke aus dem rechten Halbfeld fand er in der Mitte Güclü, der zum 2:1 in die rechte Ecke einnickte (69.) - die Joker drehten die Partie. Keine 120 Sekunden später hätte Tokac nach toller Ablage von Hodroj an der Grundlinie den Sack bereits zuschnüren können, setzte den Ball aber mit zu viel Wucht deutlich über das Gästetor (71.).
Gutschs Premierentor der Deckel
Vorbei war das Spiel indes noch nicht, die Gäste waren zwar über weiteste Teile der zweiten Hälfte nicht offensiv in Erscheinung getreten, hätten beinahe aber trotzdem noch den Ausgleich erzielt. Wieder war Muckschan der Aktivposten, der halblinks in der Box zum Schuss kam und nur knapp rechts vorbei zielte (80.). Auf der Gegenseite verpassten es die Sportfreunde dann erneut, den Deckel auf die Begegnung zu packen, als Ramaj erst gut Meter machte, dann aber nicht sauber auf Goden ablegte. Dieser brachte sich zwar in Position, drosch das Leder aber knapp über den Querbalken (83.).
Mit der Hereinnahme von Cagatay Kader (für Tokac, 86.) setzte SFS zur Schlussoffensive an. Erst legte Kader gut auf Güclü ab, der die Murmel verzog (87.). Eine Minute später leitete Güclü den Ball an der rechten Seitenauslinie dann sensationell in den Lauf von „Shaggy“ weiter, der bis zum Strafraum marschierte und links neben den Kasten schlenzte (88.). Die daraus resultierende Ecke brachte Hodroj punktgenau in die Mitte zu Gutsch, der keine Probleme hatte, zum 3:1 einzunetzen (89.).
Die Sportfreunde beenden die Spielzeit 2025/26 in der Regionalliga West als Aufsteiger auf einem souveränen siebten Platz und mit einem überzeugenden Heimsieg, der nie wirklich in Gefahr geriet. Eine frühe Überzahl, Geduld im Spielaufbau und das richtige Händchen bei Wechseln sorgen für einen tollen Saisonausklang in der eigenen Hütte.





































