Doppelpack Ramaj: SFS siegt in Wiedenbrück

Schiedsrichter: Davide ZeisbergLinienrichter: Jan Peter Weßels, Fynn Gottschalk
Zuschauer: 543
Sportfreunde unter Uluç nach 3:1-Erfolg in Wiedenbrück weiter ungeschlagen
Spielbericht vom 30. September 2026
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Die Sportfreunde Siegen setzen den positiven Trend auch in Ostwestfalen fort und beschließen den zehnten Spieltag der Regionalliga West am Mittwochabend (30.09.) mit einem 3:1 (2:0)-Auswärtssieg beim SC Wiedenbrück. In einer über weite Strecken ausgeglichenen und kampfbetonten Partie präsentieren sich die Krönchenkicker vor allem im ersten Durchgang eiskalt.
Cheftrainer Volkan Uluç vertraute im Jahnstadion erneut auf die Doppelspitze Elias Huth und Semih Güler; für Konstantin Gerhardt wurde die Partie zu einer Rückkehr an die alte Wirkungsstätte, nachdem der Außenbahnspieler in der vergangenen Saison noch das Trikot des SCW getragen hatte. Ebenso kam es zum Wiedersehen mit Ex-Sportfreund Marius Zentler.
Wie erwartet entwickelte sich von Beginn an eine körperlich geführte Begegnun, schon nach wenigen Sekunden bekam Ramaj die Härte der Hausherren kurz vor dem Strafraum zu spüren. Die Sportfreunde ließen den Ball zunächst ordentlich durch die eigenen Reihen laufen, während Wiedenbrück kompakt und tief verteidigte. Große Torchancen und spannende Torraumszenen blieben entsprechend Mangelware. Ein langer Ball von Dennis Brock auf Ramaj wurde vom aufmerksamen SCW-Schlussmann Marcel Hölscher entschärft (8.), wenig später fand ein Chip von Luca Rumpf auf Gerhardt ebenfalls keinen Abnehmer (13.). Auf der anderen Seite mussten die Krönchenkicker bei den wenigen Umschaltmomenten der Gastgeber wachsam bleiben: Huth arbeitete nach einem nicht gegebenen Freistoßpfiff stark mit nach hinten und bereinigte die Situation auf Kosten einer folgenlosen Ecke (16.). Nach 20 Minuten suchten die Hausherren bei einem Konter den ehemaligen Sportfreund Zentler im Zentrum, der Pass geriet allerdings zu steil.
Der doppelte Ramaj
So entwickelte sich das von Uluç im Vorfeld erwartete Geduldsspiel. Wiedenbrück überließ den Sportfreunden immer wieder den Ball, machte die Räume vor dem eigenen Strafraum eng. Erst nach knapp einer halben Stunde verzeichnete SFS den ersten nennenswerten Abschluss: Güler nahm das Leder von links aus der Bewegung, wurde bei seinem Versuch jedoch im letzten Moment geblockt (29.). Vier Minuten später schlugen die Sportfreunde dann aus dem Nichts zu. Nachdem Wiedenbrück einen bereits verloren geglaubten Ball noch an der Seitenlinie rettete, setzte SFS über Rumpf energisch nach und eroberte die Pocke zurück. Über rechts gelangte das Leder zu Güler, der Ramaj mit einem feinen Pass in die Gasse bediente. Der blieb vor Hölscher cool und schob überlegt ins lange Eck ein (33.).
Nur zwei Minuten später kontrollierte die Uluç-Elf nach einem Einwurf erneut den Ball und arbeitete sich in Schussdistanz. Wieder war es Ramaj, der zur Stelle war und mit seinem zweiten Treffer binnen weniger Augenblicke auf 2:0 stellte (35.). Der Doppelschlag hinterließ indes keinen allzu großen Eindruck bei den Hausherren - Wiedenbrück suchte noch vor der Pause nach einer Antwort, fand gegen die aufmerksame Siegener Defensive aber kaum ein Durchkommen. Stattdessen hatten die Krönchenkicker sogar die Möglichkeit zum dritten Treffer: Gerhardt legte von rechts in den Rücken der Abwehr zu Güler, dessen flacher Abschluss kurz vor dem Pausenpfiff am Außennetz landete (45.+2). So ging es vor allem dank gnadenloser Effizienz mit dem 2:0 in die Kabinen.
SFS belebt den SCW
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie zunächst nickelig. Viele kleinere Fouls verhinderten Spielfluss, beide Mannschaften mussten sich ihre Räume hart erarbeiten. Michel Stöcker bot sich nach einem nicht konsequent geklärten Freistoß die Gelegenheit zum Abschluss, unter Bedrängnis jagte er das Leder jedoch deutlich über den Kasten (50.). Wiedenbrück erhöhte seinerseits nach und nach den Druck – und bekam unverhofft die große Einladung zurück ins Spiel. Ein zu kurz geratener Rückpass von Stöcker landete bei Carella, der das Geschenk dankend annahm, auf Torhüter Johnen zulief und zum 1:2 einschob (57.). Plötzlich war das Jahnstadion wieder da und die Gastgeber witterten Morgenluft.
Nur zwei Minuten nach dem Anschluss musste Johnen einen Abschluss von der Strafraumkante festhalten, ehe SFS nach einer Stunde auf der Uhr das nötige Quäntchen Glück auf seiner Seite hatte: Ein Abschluss der Wiedenbrücker wurde im Strafraum zur Flipperpartie, Glody Ngyombo fälschte das Leder ab. Der Ball klatschte an den linken Pfosten. Das Momentum war nun eindeutig auf Seiten der Gastgeber geschwappt, die Sportfreunde bekamen in dieser Phase zu wenig Druck auf den Ball und mussten einige brenzlige Situationen überstehen. Uluç reagierte und brachte zunächst Tom Gutsch und Rikuhei Nabesaka für Gerhardt und Stöcker (63.), später kamen Shaibou Oubeyapwa und Leon Pursian für Ramaj und Huth (72.).
Tokac macht den Deckel drauf
Offensiv trat SFS im zweiten Durchgang kaum noch in Erscheinung, zumeist beackerten sich beide Teams zwischen den gefährlichen Räumen und boten Abnutzungskampf in Reinkultur. Als Wiedenbrück runde 20 Minuten vor Schluss einen scharfen Ball von rechts durch den Fünfmeterraum jagte, fehlte glücklicherweise der Abnehmer. Gute zehn Zeigerumdrehungen später verhinderte Gutsch mit einer wichtigen Grätsche den möglichen Durchbruch der Gastgeber (79.).
Die Hausherren mühten sich, gingen aber lange nicht das allerletzte Risiko, während SFS auf den einen entscheidenden Umschaltmoment lauerte. Und der sollte tatsächlich noch kommen: Nachdem Ömer Tokac in der 89. Minute für Güler in die Partie gekommen war, warf der SCW in den fünfminütigen Nachschlag hinein schließlich alles nach vorne. Die Sportfreunde eroberten den Ball im Anschluss an einen Eckball und schwärmten überfallartig in die nahezu verwaiste Hälfte der Hausherren aus. Über drei Stationen landete das Leder bei Tokac, der ins praktisch leere Tor einschob und mit dem 3:1 endgültig den Deckel auf die Partie setzte (90.+6).
Heimspiel gegen BVB II am Sonntag
Unter dem Strich feiern die Sportfreunde einen hart erarbeiteten Auswärtssieg. Dank großer Effizienz vor dem Tor, Widerstandsfähigkeit in einer schwierigen Phase und der nötigen Konsequenz im entscheidenden Moment nimmt SFS durch dem Doppelschlag von Ramaj und Tokacs spätem Konter alle drei Punkte mit ins Siegerland. Die Chance auf die nächsten Zähler gibt es am kommenden Sonntag (04.10., Anstoß 14:00 Uhr), wenn die U23 von Borussia Dortmund zu Gast im Leimbachstadion ist.





























