Tor vernagelt: Krönchenkicker unterliegen Rhynern

Die Sportfreunde Siegen bringen den Ball in der Partie gegen Westfalia Rhynern am Sonntagnachmittag (12.05.) trotz mehrerer hochkarätiger Chancen nicht im Gehäuse unter und schlagen sich bei der 0:2 (0:1)-Niederlage in erster Linie selbst.

Coach Thorsten Nehrbauer hatte unter der Woche Rotation angekündigt und sollte sein Wort halten: Kevin Krumm und Jacob Pistor begannen für Arthur Tomas und Lars Schardt, Tobi Filipzik kehrte in die Innenverteidigung zurück.

 

Auf dem sattgrünen Rasen und unter sommerlichen Bedingungen bemühten sich die Sportfreunde schnell, Ball und Kontrolle an sich zu nehmen und kamen durch Georgios Mavroudis zu einem ersten Warnschuss (6.). Zuvor hatte Seber auf Seiten der Westfalia auf sich aufmerksam gemacht (2.). Je länger die Partie andauerte, umso mehr fand das Spielgeschehen in der Hälfte der Gäste statt. Mats Scheld gab die Murmel links weiter zu Krumm, der die nötigen Meter machte und Pistor im Strafraum fand, der via Kopf zu hoch zielte (11.). Keine zwei Minuten später gab der Regisseur den Ball sehenswert öffnend nach rechts, erneut flog die Murmel in die Box, wo die Hausherren den Ball noch verarbeitet bekamen. Der Schuss flog ans Außennetz (13.).

 

Nabesaka verpasst die Führung, Krumm ins eigene Netz

Die Sportfreunde ließen den Ball chalant durch die eigenen Reihen laufen und bedienten die sich öffnenden Räume immer wieder, weitere gefährliche Momente kreierten die Siegerländer so ein ums andere Mal. Nach einer Flanke von rechts etwa gingen zwei Blaue zum Ball, bekamen ihn aber im Verbund nicht weg (sondern taten sich dabei ziemlich weh). Allerdings waren sich gleich drei Siegener nicht so ganz einig, so dass der Ball am Ende über den Kasten von Hahnemann flog (21.). Nach einer knappen halben Stunde dann die bis dahin beste Chance zur Führung: Butterweich löffelte Scheld das Ei aus halblinker Position in die Box, wo Rikuhei Nabesaka einlief und den Kopfball aus kurzer Distanz freistehend über das Tor bugsierte (29.).

 

 

Wie es dann so ist, wenn die eigenen Chancen vorne nicht genutzt werden – Du kriegst sie hinten rein. In diesem Fall, in dieser 33. Minute, war das allerdings unnötiger als das G in Lasagne. Unbedrängt wollte Krumm einen Ball zurück zu seinem Keeper spielen, traf das Spielgerät dabei aber derart unglücklich, dass es im hohen Bogen über Julian Bibleka in die Maschen flog. Sofort munterten die Kollegen den Unglücksraben auf und begaben sich an die Egalisierung des Rückstandes. Nur drei Minuten später hielt der starke Rhynerner Keeper Hahnemann durch seine Glanzparade im Eins-gegen-Eins die Führung fest (36.). Kurz vor der Pause bediente Mavroudis noch einmal Jannik Krämer auf Höhe der Strafraumgrenze, der Defensiv-Allrounder ließ eine Fackel ab, die nur haarscharf rechts am Tor vorbei flog (45.).

 

Nimm Du ihn, ich hab ihn sicher

Die zweite Halbzeit sollte sich hernach exakt so zeigen, wie die erste aufgehört hatte. Ohne personelle Veränderungen auf beiden Seiten hatten die Sportfreunde mehr den Ball und suchten weiterhin nach Lösungen. Mavroudis eroberte die Murmel an der Mittellinie, trieb sie nach vorne und gab im richtigen Moment rechts raus zu Leon Pursian. Nach seiner Flanke landete der Ball vor den Füßen Schelds, der ebenfalls über den Kasten zielte (55.). Vor 758 zahlenden Zuschauern reagierte Nehrbauer nach einer Stunde das erste Mal und brachte Lars Schardt für den glücklosen Pistor in die Partie. Auch der formstarke Stürmer konnte wenig später nicht verhindern, dass die Gäste durch Di Vinti aufgrund eines Abstimmungsfehlers den Ball stibitzen, Bibleka umkurven und ins leere Tor einschieben konnten (64.).

 

 

Die Westfalia legte höchste Effizient an den Tag, Nehrbauer reagierte mit einem Dreifach-Wechsel. An einem bissen sich aber alle Sportfreunde reihenweise die Zähne aus: Keeper Hahnemann. Eine gute Viertelstunde vor dem Ende hatten die Zuschauer bereits den Jubelschrei auf den Lippen, doch fischte der Westfalia-Schlussmann den Kopfball von Mavroudis noch sensationell von der Linie (76.). Nehrbauer wechselte ein weiteres Mal offensiv und schickte Daniel Waldrich für Krämer in die Partie.

 

Kein Glück, dafür Pech: Pazurek ans Gebälk

Der eingewechselte Kapitän machte sofort Dampf auf der rechten Seite und brachte eine feine Flanke von rechts passgenau zu Markus Pazurek. Hahnemann war bereits geschlagen, doch rettete diesmal der Querbalken für die Gäste (84.). Es war wie verhext, die Murmel wollte schlicht nicht über die Linie. Nach 95 gespielten Minuten war das weiterhin nicht der Fall, Schiedsrichter Timo Ebbing hatte ein Einsehen und pfiff eine Partie, in der die Sportfreunde womöglich auch nach Stunden kein Tor erzielten, ab.

 

Durch das Auslassen diverser hochkarätiger Chancen schlagen sich die Sportfreunde Siegen im Duell gegen Westfalia Rhynern unter dem Strich selbst und verpassen es, die Rechnung aus der Hinserie zu begleichen. Durch die Ergebnisse auf den anderen Plätzen rückt Platz sechs in weite Ferne. Allerdings bietet sich der Nehrbauer-Elf bereits am kommenden Mittwoch (15.05.) die Möglichkeit, über den Kreispokal in den Westfalenpokal einzuziehen. Gegner im Finale ist der A-Ligist SV Setzen.

 

Match Facts
Sportfreunde Siegen – Westfalia Rhynern 0:2 (0:1)
0:1 Krumm (33., ET), 0:2 Di Vinti (64.)
Schiedsrichter: Timo Ebbing, Dominic Nosing, Ole Richter.
Zuschauer: 758.
Sportfreunde Siegen: Bibleka, Krumm, Filipzik (70. Hodroj), Pursian (70. Tomas), Scheld, Mavroudis, Krämer (80. Waldrich), Dej (70. Ticha), Ticha, Nabesaka, Pistor (60. Schardt).