Nach zwölf Jahren: Sportfreunde sind Kreispokalsieger 2024

Die Sportfreunde Siegen werden ihrer Favoritenrolle im Finale des Krombacher Kreispokals am Mittwochabend (15.05.) gerecht und schlagen A-Liga-Meister SV Setzen nach einer seriösen Vorstellung deutlich mit 8:0 (5:0).

Sportfreunde-Trainer Thorsten Nehrbauer zog jedem experimentellen Gedanken vor dem Anpfiff den Zahn, ließ die erste Garde auf dem Kunstrasenplatz von Germania Salchendorf auflaufen – und die machte früh deutlich, wie die kommenden neunzig Finalminuten verlaufen würden: Nach drei Minuten brachte Mats Scheld die Krönchenkicker bereits in Front, seinem überlegten Schuss in die rechte Ecke war der feine Fuß Jannik Krämers voraus gegangen. Die körperlichen und mentalen Vorteile waren von Beginn an klar zu erkennen, die Sportfreunde agierten mit über 90% Ballbesitz und suchten mit Spielwitz die Lücken gegen sich tapfer wehrende Setzer. Immer wieder brachen die Sportfreunde so durch, wie etwa Arthur Tomas, der Lars Schardt bediente. Der Stürmer ließ dem Keeper mit seinem satten Schuss in die linke Ecke keine Chance (13.).

 

 
Drei Tore in fünf Minuten

Als Malik Hodroj nach runden 24 Minuten auf der Uhr den Sprint im Strafraum anzog und bei der Bewegung zum Ball gefällt wurde, blieb Schiedsrichter David Kleinstück nur der Zeig auf den Punkt. Kapitän Daniel Waldrich ließ sich nicht zwei Mal bitten und schickte den SV-Torwart in die falsche Ecke. Keine drei Minuten später trug sich der sehr agile Malik Hodroj dann auch selbst in die Torschützenliste ein: Eine butterweiche Flanke von der linken Seite nagelte er Volley ins linke Eck (27.). Wiederum nur wenige Augenblicke daran anknüpfend gab Waldi in die Mitte zu Schardt, der die Pille aus kurzer Distanz in die Maschen drückte (29.). Es wurde früh deutlich in Netphen-Salchendorf, Krämers Distanzhammer zischte über den Querbalken (31.).

 

 

Bis zur Pause hielt sich der SV Setzen hernach schadlos – und vereidigte auch zu Beginn des zweiten Spielabschnitts weiter mit allen Mitteln. Die Sportfreunde hatten zum Seitenwechsel drei Mal getauscht, neben dem weitestgehend beschäftigungslosen Julian Bibleka blieben auch Scheld und Rikuhei Nabesaka angeschlagen in der Kabine. Die erste Viertelstunde passierte daraufhin nicht viel. Die Nehrbauer-Elf ließ es etwas ruhiger angehen, während der SV Setzen alles verteidigte, was auf die eigene Hütte kam. Nachdem der nach der Pause zwischen die Pfosten gekommene Christoph Thies bei einem langen Steckpass wachsam war, machte Markus Pazurek das halbe Dutzend voll: Hodroj hatte am rechten Sechzehner-Eck viel Zeit und Platz und fand in der Box den Kopf von Patsche, der sehenswert in die linke Ecke einnickte (63.).

 

Harri mit dem ersten Kontakt

 

Kurze Zeit später musste Kleinstück erneut auf den Punkt zeigen, Schardt war bei seinem Dribbling regelwidrig gestoppt worden. Der Gefoulte verließ daraufhin den Platz und klatschte mit Michél Harrer ab, der geradewegs zum bereits drapierten Ball flanierte und ihn humorlos zum 7:0 versenkte (67.). Nach weiteren Versuchen von Zentler (72.) und El-Chaabi (75.) war es dann Jubes Ticha, der zum Solo ansetzte, die SV-Abwehr ganz alt aussehen ließ und die Aktion mit dem Treffer zum 8:0 krönte (75.). El-Chaabi (83./88.) und Waldrich (90.) besaßen danach noch weitere Möglichkeiten, verfehlten das Gehäuse aber entweder knapp, respektive fischte noch ein Abwehrbein die Pille von der Linie.

 

Das Gespann pfiff die Partie im Anschluss pünktlich ab, die Sportfreunde Siegen halten nach zwölf langen Jahren wieder den Kreispokal in den eigenen Händen. Gegen einen sich tapfer wehrenden und nie hängen lassenden SV Setzen spielen sie ihre Stärken aus und lassen keinen Zweifel daran, wer die Nummer Eins im Siegerland ist.

 

 
Match Facts
SV Setzen – Sportfreunde Siegen 0:8 (0:5)
0:1 Scheld (3.), 0:2 Schardt (13.), 0:3 Waldrich (24., FE), 0:4 Hodroj (27.), 0:5 Schardt (29.), 0:6 Pazurek (63.), 0:7 Harrer (67., FE), 0:8 Ticha (75.)
Schiedsrichter: David Kleinstück, Till Hügelmeyer, Irvin Abdurahmanovic.
Zuschauer: 1109.
Sportfreunde Siegen: Bibleka (46. Thies), Tomas, Filipzik (58. Zentler), Scheld (46. El-Chaabi), Waldrich, Krämer, Schardt (66. Harrer), Hodroj, Ticha, Nabesaka (46. Huber), Pazurek.