Derby-Niederlage in Erndtebrück

Die Sportfreunde Siegen verschlafen die erste halbe Stunde im Wittgensteiner Land komplett und verlieren das Derby am Sonntagnachmittag (14.05.) gegen den TuS Erndtebrück mit 1:3 (0:3).

Viel hatten sich die Sportfreunde vorgenommen für das Derby im Abstiegskampf der Oberliga Westfalen, wenig davon ging zu Spielbeginn auf. Die Hausherren kamen mit deutlich mehr Schwung in die Begegnung am Pulverwald, bereits nach wenigen Sekunden war SFS-Schlussmann Christoph Thies das erste Mal gefordert, als er einen harten Ball mit beiden Fäusten nach vorne klärte. Angepfiffen worden war die Partie aufgrund der großen Zuschaueraufkommens – insgesamt sahen 1170 Zuschauer das Spiel – mit exakt zwölfminütiger Verspätung. Nur eine Zeigerumdrehung später kam der TuS erneut zum Abschluss, dieser gelang aber zu mittig und stellte Thies vor keine Probleme (2.). In den Anfangsminuten lief der Ball beinahe ausschließlich durch blaue Reihen, bei einem Vorstoß gelang den Hausherren auf der rechten Seite der Durchbruch. Auf Höhe der Sechzehnerlinie marschierte der TuS bis zentral vor das Siegener Gehäuse und bekam dort einen Freistoß zugesprochen. Runde siebzehn Meter vor dem Tor nahm sich Ken Sugawara den Ball und trat ihn so gegen die Mauer, dass der Ball von dort aus unglücklich links neben Thies im Tor einschlug (5.). Die frühe Führung gab den Wittgensteinern weiteren Aufwind, einen missglückten Pass von Thies nutzte der TuS für einen direkten Abschluss – Thies war jedoch rechtzeitig wieder weit genug hinten und entschärfte (8.). Die Sportfreunde fanden in der Anfangsphase keinen Zugriff auf das Spiel und liefen oft hinterher, so auch nach einer guten Viertelstunde, als man die Erndtebrücker zu lange gewähren ließ, diese sich in Form von Tim Schrage den Schlenzer außerhalb des Sechzehners nahm und damit sehenswert zum 2:0 trafen (16.). In der Folge beruhigte sich das Spiel ein wenig, obgleich die Blauen auch durch Standards weiterhin gefährlich blieben.

 

Die Sportfreunde ihrerseits brauchten gute 25 Minuten, um erstmals gefährlich vor den Kasten von Jonas Brammen zu kommen. Eli Pinner fand auf der linken Seite Michél Harrer, dessen Abschluss kam jedoch etwas zu unplatziert auf das Tor (26.). Zwei Minuten darauf kombinierten sich die Leimbachtaler über Pinner, Harrer und Leon Pursian nach vorne, in der Mitte wurde Benit Dinaj in letzter Sekunde abgeblockt (28.). Eine darauffolgende Ecke landete wiederum bei Dinaj, der Kopfball verfehlte das Tor nur knapp. Nach etwas mehr als einer halben Stunde Spielzeit erhöhten die Gäste stattdessen auf nunmehr 3:0: Über einen Chip auf der rechten Seite gelang der TuS in den Strafraum, konnte quer legen und Sosuke Fukuchi einschieben (34.). Die Sportfreunde steckten nicht auf und fanden erneut Pursian auf der linken Seite, dieser traf mit seinem Kopfball jedoch nur das Außennetz (42.). Nachdem wenig später Andreas Busik aus der zweiten Reihe drüber zielte (45.), hatten die Sportfreunde durch Tobias Filipzik kurz vor der Pause noch die Möglichkeit, zu verkürzen. Nach einem Eckstoß von rechts platzierte er den Kopfball-Aufsetzer gut in die rechte Ecke, Brammen reagierte stark und hielt die Null für sein Team (47.).

 

Aufbäumen kommt zu spät

Auch in die zweite Hälfte kamen die Hausherren besser und verzeichneten die erste Gelegenheit. Nach einem Konter zog der TuS nach innen und kam zum Abschluss, Thies tauchte unter und parierte den Schuss sicher (47.). Keine 120 Sekunden später rollte der nächste Konter auf das Siegener Tor zu, der Schuss flog allerdings deutlich über den Kasten (49.). Auf der Gegenseite die Sportfreunde mit dem in den zweiten 45 Minuten stark verbesserten Arda Nebi, der mit seiner Flanke „Harri“ fand. Sein Kopfball ging ebenfalls über das Tor (51.). Die Helmes-Elf war nun voll drin in der Partie und witterte den Anschlusstreffer. Nach einer schönen Kombination gelang das Leder über Nebi zu Dinaj, der das Leder an den rechten Pfosten pfefferte (52.). Nach einem wenig später folgenden Eckball sollte es dann endlich klingeln: Filipzik stieg am höchsten und köpfe zum 1:3 ein (54.). Kurze Zeit später gab es erneut Eckstoß für Rot-Weiß, abermals hatten sich die Sportfreunde ansehnlich nach vorne durchkombiniert. Die Ecke schien zunächst geklärt, Pinner eroberte sich das Spielgerät aber stark zurück und fand mit seiner Flanke Dina in der Box, der am gut aufgelegten Brammen scheiterte (56.). Ähnlich verhielt es sich in der nächsten Szene, als Harrer per Kopf Pursian auf die Reise schickte, der schließlich leicht bedrängt nur noch Brammen vor sich hatte und diesen nicht überwinden konnte (59.).

 

Die Siegener waren in dieser Phase die klar tonangebende Elf und drückten auf das zweite Tor, während der TuS bereits nach etwa einer Stunde auf Verwalten und Zeitspiel setzte. Durch Yu Sato gelang die Pille kurze Zeit später butterweich auf den zweiten Pfosten zu Dinaj, der den Anschlusstreffer denkbar knapp verfehlte (62.). Nach rund siebzig Minuten wechselte Helmes das erste Mal und bot Justin Huber für Moritz Brato auf, der von außen mitverfolgte, wie Harrer von Nebi am kurzen Pfosten bedient wurde, dabei aber zu wenig Druck auf den Ball bekam (76.). Der Ball, er wollte einfach nicht über die Linie. Zu allem Überfluss zeigte Kapitän Filipzik direkt nach einem Ballgewinn in der eigenen Hälfte an, dass es für ihn nicht weiter geht. Für ihn kam Leandro Fünfsinn auf das Feld. Die Hausherren fuhren daraufhin einen der wenigen Entlastungsangriffe und wurden damit gleich gefährlich. Thies blieb lange oben, reagierte glänzend und vereitelte die Chance (82.). Bis in die Crunchtime blieb das Visier der Sportfreunde oben, nach einer Flanke wurde der Ball zu Huber verlängert, der ebenfalls noch seinen Kopf an den Ball bekam, die Flugbahn aber nicht entscheidend verändern konnte (88.). Zuvor hatte der TuS einen Schuss rechts neben das Tor von Thies gesetzt. Flanke um flanke flog in die Box der Wittgensteiner, eine davon schlug Sato auf Harrer, der auf Fünfsinn weiterleitete. Brammen kratzte den Ball aus der linken unteren Ecke (90.). Wenig später pfiff das Gespann um Nils Hasse die Partie ab, die Sportfreunde unterliegen im Derby vor allem aufgrund der ersten Hälfte mit 1:3.

 

Den Rückschlag umso ärgerlicher macht der Blick auf den Spieltag, sowohl die direkte Konkurrenz aus Delbrück als auch Sprockhövel ließen an diesem Wochenende Punkte liegen. Durch die eigene Niederlage nimmt der TuS Erndtebrück derweil jenen Platz 16 ein, welchen die Sportfreunde am nächsten Wochenende im Spiel gegen die SpVgg Vreden zurückerobern wollen.

 

Match Facts

TuS Erndtebrück – Sportfreunde Siegen 3:1 (3:0)

1:0 Sugawara (5.), 2:0 Schrage (16.), 3:0 Fukuchi (34.), 3:1 Filipzik (54.)

Schiedsrichter: Nils Hasse, Luca Maurer, Florian Günnewich.

Zuschauer: 1170.

Sportfreunde Siegen: Thies, Filipzik (80. Fünfsinn), Pursian, Harrer, Sato, Pinner, Busik, Dinaj, Zentler, Nebi, Brato (71. Huber).